Bennos Hausgeburt

Bennos Hausgeburt

Schon lange, bevor ich ein zweites Mal schwanger wurde, stand für mich fest: Unser zweites Kind soll im Geburtshaus zur Welt kommen. Meinen Mann musste ich nicht überzeugen – er hätte schon bei unserem ersten Sohn gerne eine Hausgeburt gehabt.

Ich konnte es kaum erwarten, in der 12. Schwangerschaftswoche endlich Steffi anzurufen, um ihr mitzuteilen, dass ich wieder schwanger war.

Ich genoss jede Vorsorgeuntersuchung im Geburtshaus, obwohl mein Gynäkologe versuchte, mich zu verunsichern.

Gegen Ende der Schwangerschaft wurde ich wöchentlich von Steffi massiert und wurde von Uli akupunktiert.

Und tatsächlich: In der Nacht zum errechneten Entbindungstermin setzten Wehen ein. Voller Vorfreude riefen wir Sabrina und den Babysitter an und fuhren ins Geburtshaus. Dort war alles wunderschön vorbereitet. Aber kaum waren wir dort angekommen, ebbten die Wehen ab. Also schliefen wir alle eine Runde und als ich keine Wehen mehr hatte, fuhren mein Mann und ich enttäuscht wieder nach Hause.

Jede darauffolgende Nacht bekam ich Wehen – allerdings gingen diese auch immer wieder weg – und nach einer Woche über dem Termin fühlte ich mich erschöpft und nervlich am Ende.
Doch meine Hebammen machten mir Mut, durch zu halten. Jeden Tag kamen sie zu mir nach Hause und untersuchten mich und das Baby. Wir telefonierten immer wieder, wenn ich emotional durch hing. Und sie sagten mir, dass das alles einen Sinn hat und dass ich während der Geburt für diese lange Vorwehenphase entlohnt werde, weil die eigentliche Geburt dadurch schneller werden würde.

Ich begann, Globulis zu nehmen, Wehentee zu trinken – doch mein Baby wollte immer noch nicht auf die Welt kommen. Nach 9 Tagen über dem Termin und einer wieder erfolgslos durchwehten Nacht war mir alles egal und als ich mich zum Mittagsschlaf ins Bett legte, bekam ich heftige Wehen.
Mir war sofort klar, dass es kein Fehlalarm war, ich rief meinen Mann an – und er Sabrina.
Wir beschlossen, dass Sabrina erst einmal zu uns nach Hause kommen sollte. Nach 20 Minuten war sie da und ich veratmete, in der Badewanne liegend, fleißig meine Wehen. Für mich war plötzlich klar, dass ich von zu Hause nicht mehr weg fahren wollte und unser Baby daheim gebären wollte.

Während mein Mann eilig und fleißig alles herbei brachte, was Sabrina ihm auftrug, setzten schon die ersten Presswehen ein. Sabrina begleitete mich ruhig während meiner Wehenarbeit, hörte die Herztöne des Babies und unterstützte mich, die richtige Position zu finden. Die monatelange Betreuung und das Kennenlernen zahlte sich aus: Ich vertraute ihr blind und konnte mich total fallen lassen.

Ich stand in unserem Schlafzimmer vor unserem Hochzeitsbild. Und wenige Wehen später erblickte Benno das Licht der Welt.

Völlig überwältigt setzte ich mich auf den Boden, mein Mann brachte Handtücher und wir genossen die ersten Lebensminuten. Nach einer entspannten Zeit, in der Sabrina uns zur Seite stand, konnte auch Paul, der während der Geburt seinen Mittagsschlaf gemacht hatte, seinen Bruder kennen lernen.

Und ich durfte erleben, dass eine Geburt wirklich etwas Tolles und Atemberaubendes sein kann.

Etwas wehmütig frage ich mich manchmal, warum unser erster Sohn nicht auf auf diese wunderbare Weise das Licht der Welt erblicken konnte.

Wir würden gerne noch ein drittes Kind bekommen. Aber da der aktuelle Schiedsstellenbeschluss die entspannte Planung einer Hausgeburt schier unmöglich macht, haben wir uns entschieden, kein weiteres Kind mehr zu bekommen.

Danke an Steffi K., Steffi O., Sabrina H. Und an Heike! Danke für eure Begleitung!

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